Dass das Berufsbild des Rettungsassistenten überholt war und ein neues nämlich das des Notfallsanitäters geschaffen werden musste, wurde schon vor einigen Jahren erkannt, so dass das Gesetz über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters (NotSanG) zum 01.01.2014 in Kraft getreten ist. Seit ebenfalls längerer Zeit kommt immer wieder die Diskussion auf, dass auch ein einheitliches Berufsbild für den Leitstellendisponenten / Einsatzbearbeiter geschaffen werden müsste. Der Tätigkeitsschwerpunkt eines Disponenten liegt vor allem im Bereich der Kommunikation. Denn er ist derjenige, der als erstes mit dem Anrufer, oftmals ist dies der Patient selbst, in Kontakt kommt. Dabei muss der Disponent zahlreiche Entscheidungen mit weitreichenden medizinischen und taktischen Folgen unter Zeitdruck und ohne genaue Kenntnis der zum Einsatz führenden Umstände treffen. Ihm ist dabei sehr wohl bewusst, dass seine Entscheidung auch im schlimmsten Fall ein Menschenleben kosten kann. Alle für den Disponenten wichtigen Informationen erhält er von einem aufgeregten und nervösen Anrufer meist ohne medizinische Kenntnisse, der die Lagemeldung subjektiv ganz anders wahrnimmt als ein Fachmann. Aufgrund dieses Abfrageergebnis muss der Disponent dann in Sekundenschnelle entscheiden, wie er mit diesem Notruf umgeht.
Daher sind die Anforderungen an einen Disponenten, der gleichzeitig Notfallsanitäter sein sollte, sehr hoch. Er muss neben Einfühlungsvermögen, Sprachkompetenz, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Motivation, Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein auch eine große Belastbarkeit mitbringen. Folglich kann ich mich der Auffassung nur anschließen, dass dringend ein einheitliches Berufsbild des Disponenten geschaffen werden muss, da diese Arbeit so wichtig ist und der Nachwuchs ausbleibt. Wichtig ist vor allem, dass zeitnah eine Lösung gefunden wird, um die steigenden Einsatzzahlen und die dahinterstehenden Notfälle fachlich, menschlich und medizinisch weiter bearbeiten zu können.